FAQ Fragen und Antworten zur Barmer Bergbahn

1. Historie zur Barmer Bergbahn
Am 16. April 1894 wurde die Bergbahn durch die Barmer Bergbahn feierlich eröffnet. Planungen für die Bahn gehen allerdings schon auf das Ende der 1880er Jahre zurück, als man die Ausflugsziele südlich der Wupper mit den Städten Barmen und Ronsdorf verbinden wollte. Da diese Steigung mit den Adhäsionsbahnen jener Zeit nicht zu bewältigen war, wurde nach einer anderen Lösung gesucht. Zur Diskussion stand neben der Zahnradbahn noch eine mit Wasserlast betriebene Standseilbahn. Schließlich entschied man sich für ein von der Firma Siemens & Halske vorgeschlagenes zweigleisiges System ohne Weichen. Während des zweiten Weltkriegs brannten die Berg- und die Talstation mit sechs darin befindlichen Triebwagen ab. So lag die Bahn vom 30. Mai 1943 bis zum 20. Februar 1944 still. Nach dem Einmarsch der Alliierten ruhte der Verkehr abermals zwischen dem 16. April und dem 20. Juni 1945. Trotz kriegsbedingter Schäden konnte sie kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihren Dienst wieder aufnehmen. 1954 beschloss der Rat der Stadt Wuppertal, den Betrieb der Bahn wegen Unwirtschaftlichkeit und hoher Sanierungskosten einzustellen. Hierfür wurden von den Verantwortlichen verschiedene Gründe vorgebracht (u. a. der überalterte Wagenpark und die geplante Erweiterung des bahneigenen Kraftwerks an der Talstation zu einem Heizkraftwerk für den gesamten Stadtteil Barmen). Nach Bürgerprotesten verzögerte sich die Stilllegung um fünf Jahre. Die ursprünglich geplante Umspurung der Bahn und Führung der Linien 4 und 14 über diese Strecke wurde zwar begonnen, aber abgebrochen, als am 12. März 1958 beschlossen wurde, die Zahnradbahn zusammen mit den Linien 4, 10, 10E und 14 durch eine Oberleitungsbuslinie zu ersetzen.
2. Stilllegung
Die Barmer Bergbahn fuhr am 4. Juli 1959 unter großen Protesten der Bevölkerung ein letztes Mal und wurde 1960, nach einem Jahr “Schonfrist“, abgebaut und die Fahrzeuge verschrottet. Angeblich war die Bergbahn nicht mehr rentabel. Tatsächlich war die gesamte Betriebsanlage und der Wagenpark veraltet, so dass die Stadtwerke nicht bereit waren, die Bahn zu erneuern. 65 Jahre wurde nur das Nötigste in die Bahn investiert! Man spricht heute auch von politischen Hintergründen!
3. Der jetzige Bauzustand der Bergbahntrasse und der Fahrzeuge
Der Bergbahnhof ( Talbahnhof) am Clef wurde erst 1964, obwohl die Stadtwerke diesen Platz angeblich wegen der Erweiterung des Heizkraftwerkes dringend benötigte, abgerissen. Auf dessen Fläche wurde später ein Neubau errichtet! 1963 ist die Brücke über die Gleisanlage der Bundesbahn entfernt worden. Diese hätte sowieso für die Elektrifizierung der Bundesbahn erneuert und angehoben werden müssen! Die verlegten Schienen in der Straße “An der Bergbahn“ wurden 1981 entfernt und waren längst verschlissen. Die Schienen auf der restlichen Trasse und auch die Fahrleitungen durch die Barmer Anlagen sind um 1960 vollständig entfernt worden. 1964 wurde auch der Einschnitt oberhalb der Unteren Lichtenplatzer Straße mit Erdreich aufgefüllt und die kleine Fußgängerbrücke abgerissen. Oberhalb der Wettiner Straße und vor dem Gebäude der Bahnhofsgaststätte wurde der Bahndamm für die neue O – Buswendeschleife asphaltiert. Auch der O – Busbetrieb gehört in Wuppertal seit 1972 der Vergangenheit an! 1971 sind dann auch noch die Wagen – und Werkstatthallen ( nachdem sie noch von den Wuppertaler Bühnen benutzt wurden), wie auch der gesamte Umsteigebahnhof mit Überdachung am Endpunkt
“ Tolleturm“ abgerissen worden. Auf deren Fläche stehen heute Garagen und ein Gebäude des Arbeitgeberverbandes. Die Triebwagen wurden 1960 bis auf zwei Stück alle verschrottet! Die zwei verbliebenen Wagen verrotteten dann noch auf Kinderspielplätzen im Zoo und im Nordpark. Ein Jahr später gehörten auch sie der Geschichte an ....
So ist von dieser Bahn außer Fotos, Filmen und netten Erinnerungen, fast nichts mehr übrig geblieben. Wenigstens ist das Gebäude mit der ehemaligen Bahnhofsgaststätte stehengeblieben! In diesem befindet sich heute das beliebte Restaurant “ Zur alten Bergbahn“!
Doch 2006 wurde im Zuge der Regionale 2006 die Trasse der Waldstrecke wieder freigelegt und mit Granitstelen gesäumt! So ist dieser Teil der Trasse begeh – und erlebbar gemacht worden. Der Damm der Trasse befindet sich noch in einem erstaunlich guten Zustand!
4. Beschaffenheit und Aufbau der Strecke, Gebäude und Fahrzeugpark
Die Straße “An der Bergbahn“ wurde nach 1981 neu asphaltiert. Die Schienen werden in dieser Straße wieder neu verlegt. Der Einschnitt oberhalb der Unteren Lichtenplatzer Straße wird wieder ausgebaggert und das Höhenniveau der Trasse wird angeglichen. Auch die Fußgängerbrücke über dem Einschnitt sollte, alleine schon wegen des schönen Ausblicks auf die Strecke und die darunter herfahrenden Wagen, wieder aufgebaut werden. Der Bahndamm der “Waldstrecke“ wurde im Zuge der Regionale 2006 mit Rindenmulch und Splitt befestigt. Auf diesem muss ein neues Schotterbett angelegt werden. Oberhalb der Wettiner Straße und der Gaststätte “Zur alten Bergbahn“ müssen die Gleise evtl. in den Asphalt gelegt werden oder es wird ein neues Schotterbett angelegt! Die gesamte Strecke wird wieder zweigleisig verlegt, denn es war ja schließlich einmal die erste, elektrische und zweigleisig betriebene Zahnradbahn der Welt! Die Fahrleitungsmasten werden nach Art des Jugendstils ( Stahlgittermasten mit verzierten “Hauben“, angefertigt )! Die Anfertigung könnte ein hiesiger Metallverarbeitungsbetrieb übernehmen. Ebenso sollte der Gleisbau von einem Betrieb aus unserer Region ausgeführt werden! Der Talbahnhof müsste wieder am Clef errichtet werden, da dieser Standort sich am besten, als Umsteigepunkt nähe Alter Markt mit guten Anschlüssen zu verschiedenen Buslinien, Schwebebahn und Bundesbahn, für die Fahrgäste und Touristen, eignen wird. Da sich auf der ehemaligen Fläche des Bahnhofs aber ein Gebäude der WSW befindet, wird dies die schwierigste und teuerste Um- und/oder Neubaumaßnahme der Bergbahn sein! Der Talbahnhof sollte groß genug sein, um 6 Triebwagen unterstellen zu können! Der hintere Teil wird mit einer kleinen Werkstatt ausgestattet. Sollte die WSW einem Umbau nicht zustimmen, bestünde evtl. noch die Möglichkeit eine Remise auf der Fläche der ehemaligen Endstation der Straßenbahnlinie 4, zu bauen. Diese Fläche befindet sich unterhalb des neu angelegten Parkplatzes der Gaststätte “Zur alten Bergbahn“. Hier müssen noch Informationen über die Eigentumsverhältnisse eingeholt werden! Sollte es nicht zu einem Umbau am Clef kommen, könnte die neue Talstation dann über der Gleisanlage der Bundesbahn, wie eine Schwebebahnstation, angelegt werden. Für all diese baulichen Veränderungen werden nach Möglichkeit Architekten aus der Bergischen Region, Konstruktionsmöglichkeiten entwerfen! Es wird an der 1,6 km langen Strecke voraussichtlich wieder zwei Haltepunkte geben, Wupperverband und Talblick. Die Wagen werden an den beiden Endpunkten evtl. mit Traversen auf das andere Gleis umgesetzt. Es könnten aber auch Weichen eingebaut werden! Die Triebwagen werden voraussichtlich nach historischem Vorbild rekonstruiert! Vielleicht können sie ja mit neuer innovativer Technologie ausgestattet werden! Schon damals speiste der talwärts fahrende Triebwagen wieder 55% des Energieverbrauchs der Bergfahrt in das Stromnetz ein. Für die damalige Zeit schon eine technische “Meisterleistung“ und Innovation! Die Bergischen Museumsbahnen sind inzwischen im Besitz von original Konstruktionszeichnungen und haben außerdem umfangreiche technische Kenntnisse. Daher wäre es schön, wenn auch hier eine Kooperation stattfinden würde, um dann ein entsprechendes Unternehmen zu finden, welches in der Lage ist, mehrere nostalgische Triebwagen nachzubauen.
5. Aufbau und Betrieb der Bergbahn
Die Bahn aufbauen, sollen nach Möglichkeit Firmen aus unserer Region, die vom Betreiber (der Verein oder eine Art Barmer Bergbahn Gesellschaft, d. h. eine private Verkehrsgesellschaft, die aus dem bisherigen Verein heraus gegründet wurde ) eingesetzt werden. Die ehrenamtlichen Experten der “Barmer Bergbahn“ e.V. werden dann in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal und/oder evtl. mit dem Land alle weiteren Schritte koordinieren.
6. Der zukünftige Betreiber der Bergbahn
Darüber wird später noch entschieden. In Frage kommen eine private Verkehrsgesellschaft, vielleicht in Kooperation mit der Wuppertaler Stadtwerke, eine Tochtergesellschaft der WSW oder der Verein die “ Barmer Bergbahn“ e.V., selber.
7. Kosten für den Wiederaufbau der Barmer Bergbahn
Der Neubau der Bergbahn mit Trasse, Brücke, Bahnhof, Werkstatthalle und Fahrzeuge wird mehrer Millionen Euro kosten. Fachleute der zukünftigen “Barmer Bergbahn" e.V. und weitere, auswärtige Experten werden evtl. mit Hilfe der Bergischen Universität, die Kosten für den Wiederaufbau bis ins Detail berechnen.
8. Unterhaltungskosten der Bahn
Ob die Bahn wirtschaftlich fahren wird, muß von den Experten des Vereins noch genau ermittelt werden! Auch hierzu wird eine Studie erstellt! Die Unterhaltungskosten betreffen Personal, Strom, Wartung, Reparaturen, Überwachung, Sicherheit, Reinigung und Enteisung der Gleise und Fahrzeuge, Grünschnitt usw., und werden evtl. von einer privaten Verkehrsgesellschaft, die sich vermutlich aus dem Verein “Die Barmer Bergbahn“ e.V. entwickelt, übernommen. Falls der Verein die Bahn selber betreibt, finden sich vielleicht auch viele ehrenamtlich Helfer. Vielleicht können ja auch Mitarbeiter von der GESA, des Wichernhauses oder aus ähnlichen Einrichtungen eingesetzt werden.
9. Spenden
Wir hoffen natürlich auf Sach - und/oder Geldspenden/ Sponsoring vieler Mitbürger und Unternehmen aus unserer Region. Wir nehmen keine Geldspenden an, sondern nur Spendenzusagen. Wenn hinreichend viele Zusagen aller Größenordnungen zusammen gekommen sind, werden auf dieser Grundlage Förderanträge bei Land, Bund und EU eingereicht. Auf ein Euro Spende können bis zu 4 Euro Fördergelder fließen. Erst wenn diese bewilligt werden und die Realisierung des Projektes als Ganzes gesichert ist, werden die Bürger, Gewerbetreibende und Firmen gebeten, ihre “Spendenzusagen“ tatsächlich einzulösen.
10. Voraussetzung und Grund eines Antrages von Fördermitteln
Wir werden einen Antrag auf Förderung nach Städtebaumitteln stellen. Außerdem wird parallel dazu an den Wettbewerben für EU-Ziel 2-NRW-Mitteln teilgenommen. Die Förderkriterien der EU werden voraussichtlich durch folgende Punkte erfüllt: Neubau und Erhalt eines Technik - und Baudenkmals, Nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung für Menschen aus unserer Region, Förderung innovationsorientierter Unternehmen und Dienstleister, Verbesserte Lebensverhältnisse in den Wohnquartieren nahe der Bergbahn, durch bequemere, sicherere und umweltfreundlichere Verkehrsanbindung, Sozial und ethnische Integration, Verbindung von Kulturen, Tourismusförderung, Vorbereitung auf die Wissensgesellschaft.Da die Bahn voraussichtlich auch denkmalgerecht rekonstruiert wird, werden wohl auch hierfür Fördergelder beantragt werden können! Die Fachleute des Vereins werden prüfen, in wie weit weitere Mittel zur Verfügung stehen! Der Betrag der Fördermittel richtet sich u. a. nach der Höhe der Eigenmittel des Vereines! Wir werden auch dafür sorgen, dass der städtische Haushalt wegen der Momentan schlechten wirtschaftlichen Lage entlastet wird.
11. Sinn für den Wiederaufbau der Barmer Bergbahn
Eine neue Barmer Bergbahn ist auch von regionaler Bedeutung über die Stadtgrenzen hinaus. Sie wird viele Touristen anlocken, da sie in ihrer Art ein technisches - und historisches Denkmal darstellt! Allerdings ist auch geplant, sie ins öffentliche Nahverkehrssystem zu integrieren. Die Bahn wird zusätzlich mit der “Route Industriekultur“ und somit auch mit anderen Wuppertaler Industriedenkmälern verbunden. Die City Barmens wird mit der Bergbahn, neben dem Opernhaus, Musikhochschule, Rathaus, Ruhmeshalle ( Haus der Jugend ), Concordia, Museum für Frühindustrialisierung, Engelshaus, historische Schwebebahnstation Werther Brücke usw. eine Bereicherung mehr bekommen und als Standort für Museen und kultureller Einrichtungen punkten. Die Zahnradbahn wird eine neues “Bindeglied“ des “Bergischen Rings“ werden. Dieser verknüpft auf einmalige Weise Freizeit, Touristik und Gastronomie, lebendige Industriegeschichte und Museen, Landschaft und Kultur – durch Eisenbahn, Straßenbahn, Omnibus, Oberleitungsbus und Schwebebahn, später auch die Bergbahn! Die Bahn befördert die Menschen in gemütlicher “Schnelligkeit“ ( eine Fahrt dauert bei 9Km/h ca. 12 Min.) aus der Großstadt in eine wunderbare und naturnahe Landschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Stadt. Die Bergstation lädt mit einer hervorragenden Gastronomie zum Kaffeetrinken und gutbürgerlicher Küche ein. Vom Toelleturm ( dem Dach Wuppertals ) genießt man einen herrlichen Panoramablick über Wuppertal, das Bergische Land bis zum Kölner Dom. Die Bergstation ist ein Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Fahrradtouren ins Bergische Land, ebenso für kleine Spaziergänge durch den angrenzenden Vorwerk Park oder in die Barmer Anlagen! Die Bahn unterstützt die Integration von Menschen. Sie verbindet soziale, ethnische und kulturelle“ Unterschiede “! Sie bietet Menschen mit Migrationshintergrund eine bessere und einfachere Verkehrsverbindung zwischen den beiden “Ausländerbehörden“ am Clef und an der Unteren Lichtenplatzer Straße/ “Ecke“ An der Bergbahn! Dort wird auch die ehemalige Bergbahn - Haltestelle Planetarium bzw. BEK wieder angelegt! Auch für alte Menschen und Personen mit Gehbehinderungen wird diese Verbindung eine Erleichterung sein! Sie verbindet “wohlhabendere“ und “sozial schwächere“ Menschen, Ausländer und Deutsche, alte und junge Menschen, Stadt und Natur, Kunst und Kultur, Nostalgie und Moderne, Touristen und Einwohner! So fördert sie auch eine Reduktion sozialer Probleme! Sie macht Wuppertal wieder interessant und erhöht umweltverträglich die Lebensqualität tausender Menschen! Der Aufbau und Betrieb der Bahn fördert nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung, vielleicht auch für Menschen mit Behinderungen oder bietet erwerbslosen Personen wieder einen Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus. Sie wird innovationsorientierte Unternehmen und Dienstleister in der Region fördern und sie soll helfen, die Stadt Wuppertal aus der “roten Zone“ im Demographischen Atlas Deutschland, herauszuführen! Der städtische Haushalt leidet sehr unter dem Demographischen Wandel! Die Barmer Bergbahn wird ein Beispiel und Denkmal für technische Innovationen sein und somit einen Beitrag zur Vorbereitung auf die zukünftige Wissensgesellschaft leisten! Die gesamte Bahnanlage wird auch ein stadtbildbestimmendes Bauwerk und weit über die Stadt – und Landesgrenzen herausragendes Wahrzeichen für die Stadt Wuppertal sein!
12. Verein
12.1. Gründung
4. November 2009
12.2. Mitglieder
Bürgerinnen und Bürger
12.3. Ziel des Vereins
Die am 04. Juli 1959 stillgelegte Barmer Bergbahn sollte möglichst weitgehend nach historischem Vorbild rekonstruiert und an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden. Das gilt sowohl für die Trasse als auch für die Triebwagen. Die Betriebsgebäude müssen wohl leider in veränderter Form und teilweise auf einem anderen Platz wieder aufgebaut werden. Trotzdem sollte auch hierbei ein historisches Gesamtbild gewahrt werden.
12.4. Mitgliedschaft & Beitrag des Vereins “Die Barmer Bergbahn e.V.“
.... Unterstützer (Mitglieder, Spender, tatkräftige Helfer), 24 € pro Jahr

